Streitschlichtung
Die Streitschlichter – AG wurde gegründet, um unsere Schule zu einem friedlicheren Umfeld werden zu lassen. Dazu wurden aus den dritten Schuljahren insgesamt zehn Kinder von den Klassenlehrerinnen und Klassenlehrern ausgewählt. Diese Kinder sollten sich durch soziale Intelligenz, d.h. durch Hilfsbereitschaft, Friedfertigkeit und Sensibilität gegenüber anderen auszeichnen. Außerdem sollten sie sich sprachlich gewandt und verständlich ausdrücken können.
Die Ausbildung begann in der zweiten Hälfte des dritten Schuljahres und umfasste eine Wochenstunde, dann aber bei Bedarf auch zusätzliche Stunden. Die Kinder haben sich spielerisch mit verschiedenen Streitsituationen auseinander gesetzt und erhielten Einblicke in Konfliktgesprächen. Sie übten Gespräche mit festen Regeln zu führen. Sie lernten Gesprächsregeln zu vermitteln, jeden ausreden zu lassen und nie urteilend einzugreifen. Lösungsvorschläge wurden gemeinsam erarbeitet und in einem verbindlichen Vertrag festgehalten.
Zu Beginn des vierten Schuljahres (Schuljahr 05/06) traten die Streitschlichter das erste Mal in Aktion. Jeden Tag stehen zwei von ihnen in der großen Pause in einem extra eingerichteten Raum als Mediatoren zur Verfügung.
Sie wechseln sich wöchentlich gegenseitig ab.
Kinder werden weit mehr von Gleichaltrigen geprägt, als Erwachsene das wahrhaben wollen. Die Kinder treffen sich ohne Beisein eines Lehrers. In schwierigen Fällen können sie aber die Projektleiterin, die sie ausgebildet hat, hinzuziehen. Die Regeln unserer Peergroup („Peer-Mediation“ = Streitschlichtung durch Gleichaltrige) werden in fast allen Fällen akzeptiert und eingehalten.
Die grundlegenden Methoden der Streitschlichter sind aktives Zuhören, Ich – Botschaften und die Leitung des Gesprächs.
An unserer Schule verläuft das Gespräch in 6 Stufen:
4. Was war vor dem Streit?
3. Wie hast du dich gefühlt?
Der Streitschlichter wiederholt die Äußerungen der Kinder, verzichtet dabei auf die Einhaltung der Gesprächsregeln. Unterstützt wird er durch folgende Hilfsmittel: Erzählstein, Münze, Gefühlewürfel und Vertrag.
Die Klassenlehrer werden über die Mediation unterrichtet. Die Projektleiterin sammelt die Verträge, führt eine Liste und achtet auf die Durchführung der Nachtreffen.
Erstes Fazit:
Die Schülerinnen und Schüler haben inzwischen das Angebot der Streitschlichtung akzeptiert und nehmen es gerne wahr. Die Streitschlichter sind sich ihrer Verantwortung bewusst und freuen sich, wenn sie geholfen haben, das Schulleben etwas friedlicher zu machen. Sie treffen sich in regelmäßigen Abständen mit der Projektleiterin und dem Schulleiter, um Erfahrungen auszutauschen. |